Uns ist eine zeitnahe Diagnostik wichtig. Wie das funktioniert und was dann passiert – und warum es derzeit wegen Corona leider länger dauert

Im Rahmen von Sprechstunden  können Termine für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene sowie Eltern angeboten werden, die zeitnah ein klärendes Erstgespräch wünschen, im Anschluss stehen dann auf Wunsch weitere Termine für das Kind/die oder den Jugendlichem und ggf. Bezugspersonen zur Diagnostik zur Verfügung. Erstgespräche für Kinder unter 12 Jahren finden zunächst ohne das Kind statt da wir zum einen eine spielerische, kindgemäße Kontaktaufnahme mit dem Kind bevorzugen, zum anderen aber auch über rechtliche Rahmenbedingungen informieren müssen.

Bitte lassen Sie uns – sofern der Termin nicht kurzfristig vereinbart wurde – im Vorfeld unseren Anmeldebogen sowie ggf. das Einverständnis des getrennt lebenden, sorgenberechtigten Elternteils zukommen. Die Unterlagen können Sie unter Terminvereinbarung herunterladen oder im Sekretariat telefonisch anfordern.

In der Regel können wir Termine für ein Erstgespräch innerhalb von 10 – 28 Tagen anbieten, im Anschluss kann eine vollständige Diagnostik zumeist innerhalb von 4 – 6 Wochen durchgeführt und abgeschlossen werden.

Update April 2021: Derzeit kommt es  im Rahmen der Corona-Pandemie zu erhöhten Anfragen sodass wir nicht immer so zeitnah Termine anbieten können. Bitte rechnen Sie aktuell mit einer Wartezeit von 2 – 4 Monaten für die Diagnostik nach dem Erstgespräch. Wir bedauern diese Situation sehr, haben unsere Kapazitäten so weit wie möglich erweitert und intern Termine für die Diagnostik reserviert um die Wartezeiten nicht noch länger werden zu lassen. Dennoch haben wegen der erhöhten Belastungssituation für Kinder, Jugendliche und Familien sich die Bedarfe massiv erhöht. Wir versuchen unser Bestes, Ihnen entgegen zu kommen und für Sie da zu sein.

Was geschiet in der Diagnostik?

Sollte das Kind unter 12 Jahre alt und deswegen im Erstgespräch nicht dabei gewesen sein, kann es die Therapeutin in einer nächsten Kennenlernstunde erst einmal kennen lernen. Dies geschieht – je nach Alter – zumeist spielerisch und falls gewünscht in Begleitung eines Elternteils. Kinder, die gerne malen, bitten wir zudem auch um das Erstellen von ein oder zwei Bildern, die psychodynamische Tests darstellen.

Im Anschluss erheben wir die Lebensgeschichte, die sogenannte Anamnese mit einem Elternteil. Bitte beachten Sie, dass wir bei Jugendlichen ab 15 Jahren hierzu vorher das Einverständnis der Jugendlichen einholen müssen.

Hier interessiert uns, was das Kind/der Jugendliche bisher erlebt hat, wie sein/ihr Alltag aussieht, wo erstmals Auffälligkeiten aufgetreten sind, welche Ressourcen in der Familie bestehen und welche Belastungen zu bewältigen waren, ob es ggf. Erklärungsmodelle für die derzeitige Situation gibt. Hierzu benötigen wir in der Regel eine Doppelstunde von 100 Minuten und ab ca. 13 Jahren ebenfalls auch ein weiteres Anamnesegespräch von 50 Minuten mit den Jugendlichen. Bitte bringen Sie zu diesem Gespräch das U-Heft vom Kinderarzt,  Schulzeugnisse und ggf. Vorbefunde mit.

Weiterhin finden, sofern notwendig, Tests statt, zum Beispiel zur allgemeinen Leistungsfähigkeit (IQ-Test), Konzentrationstests, Tests bei Verdacht auf eine Lese-Rechtschreibstörung oder Rechenschwäche. In seltenen Fällen werden zudem auch Beobachtungen von spezifischen Situationen, zum Beispiel bei der Bearbeitung von Hausaufgaben, von Eltern-Kind-Interaktionen oder der Interaktion mit anderen Kindern im Kindergarten angeboten.

Gelegentlich geben wir Familien auch Fragebögen mit, die entweder spezifische Aspekte beleuchten können oder aber auch mehr in die Breite gehen um kein wichtiges Detail zu übersehen. Sofern gewünscht und sinnvoll, gibt es auch Fragebögen oder die Möglichkeit von Videogesprächen mit Erzieher*innen, Lehrer*innen etc. Dies geschieht aber nur auf ausdrücklichen Wunsch und mit schriftlicher Schweigepflichtentbindung von den Eltern und Absprache mit dem Kind bzw. ab 15 Jahren mit Schweigepflichtentbindung von den Jugendlichen.

Abschließend besprechen wir im Therapieplangespräch alle Ergebnisse, überlegen Ziele einer möglichen Therapie und unterbreiten Ihnen/Dir einen Vorschlag zur Behandlung, wie also konkret eine Therapie aussehen könnte und geben abschließend eine mündliche und schriftliche Beratung und Informationen.

Nicht selten ist gar keine Psychotherapie bei uns notwendig – dann  informieren wir über alle weiteren Hilfsmöglichkeiten, die Möglichkeit anderer Therapieverfahren wie psychoanalytische Therapie oder tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie oder „Settings“ –  und weiterer Hilfsangebote außerhalb von Psychotherapie.

Deswegen lassen wir niemanden auf eine Diagnostik warten, bis wir einen freien Nachmittagsplatz anbieten können. Um hier nicht durch lange Wartezeiten auf einen Therapieplatz unnötig Zeit zu verlieren, liegt uns eine sehr zügige vollumfängliche Diagnostik am Herzen.

Wenn jedoch Psychotherapie notwendig und gewünscht ist,  kann abgewogen werden, ob eine stabilisierende Akutbehandlung von bis zu 12 Stunden sinnvoll und ausreichend ist oder eine Kurzzeittherapie von bis zu 24 Stunden oder eine Langzeittherapie von bis zu 80 Stunden am geeignetsten ist. Sofortige, stabilisierende Akutbehandlungen ohne längere Wartezeit sind vormittags – wenn nicht sofort ein Nachmittagsplatz zur Verfügung steht –   immer möglich. Update April 2021: Die Wartezeiten für Vormittagsplätze liegen im Augenblick bei 3 Monaten.

Ansonsten bestehen Wartezeiten für Nachmittagstherapieplätze von einem bis zu 6 Monaten – je nach Flexibilität der Familie.

Update April 2021: Im Augenblick sind die Wartezeiten wegen der erhöhten Anfragen vor dem Hintergrund von Corona ebenfalls massiv angestiegen. Leider liegen diese derzeit bei einem Nachmittagstherapieplatz zwischen 6 und 12 Monaten.

In der Regel dauern ambulante Psychotherapien 6 – 12 Monate. Über die zu erwartende Therapiedauer informieren wir Sie/ Dich natürlich im Therapieplangespräch vor Aufnahme einer Therapie. Diese hängt unter anderem von den individuellen Therapiezielen, der Beeinträchtigung im Alltag und dem bisherigen Verlauf der Beschwerden ab.

Erst im Anschluss würde dann die Therapie mit der Beantragung bei der Krankenversicherung starten. Hierzu muss der Kinder- /Hausarzt oder ggf. ein bereits involvierter Facharzt über einen sogenannten Konsiliarbericht körperliche Ursachen für die Symptomatik ausschließen. Das dazu notwendige Formular sowie das Antragsformular für die Versicherung erhalten Sie von uns – wir versenden alle Unterlagen für Sie an die Versicherung sobald uns der Konsiliarbericht wieder übergeben wird und Sie erhalten dann innerhalb von 1 – 3 Wochen eine Kostenzusage der Versicherung.

Eine Besonderheit stellt die Diagnostik bei Verdacht auf Autismus dar, bitte lesen Sie hierzu im entsprechenden Reiter das Vorgehen bei Verdacht auf eine Autismus-Spektrumsstörung nach.

In der online-Terminbuchung sehen Sie/siehst Du freie kurzfristige Termine. Langfristige Nachmittagstermine werden jedoch in der Regel im persönlichen Gespräch abgestimmt und sobald sie frei werden direkt für die Therapiedauer geblockt und sind daher selten direkt online buchbar.