Zwei Dinge sind bei der Arbeit mit Familien immer wichtig: In erster Linie sollte die „Chemie“ stimmen, denn eine therapeutische Arbeitsbeziehung, die auf Wertschätzung basiert, bietet einen sicheren Raum für Veränderungen. In der Therapie dürfen und sollen die Kinder auch Seiten von sich zeigen, die in anderen Zusammenhängen möglicherweise unerwünscht sind; Vertrauen bildet deshalb eine unumgängliche Grundlage.

Des Weiteren ist es entscheidend, den Fokus nicht nur auf die Schwierigkeiten der Kinder und Jugendlichen zu legen, sondern auch auf ihre Stärken, denn diese helfen ihnen, ihre Probleme zu meistern.

Die Therapie mit Kindern und Jugendlichen ist immer anders als die mit Erwachsenen. Denn je jünger ein Patient ist, desto entscheidender ist es, die altersspezifische „Sprache“ des Kindes zu sprechen. Diese ist insbesondere bei jüngeren Kindern das kindliche Spiel. Das Ausdrucksvermögen und weite Teile der Kommunikation lassen sich am einfachsten über das Spiel gestalten. Dabei werden oft auch kreative Methoden wie das Malen, Kneten oder das Rollenspiel, manchmal auch mit Hilfe von Stofftieren, Handpuppen oder Playmobil-Figuren verwendet. Nicht selten werden auch therapeutische Geschichten über Bilderbücher oder das freie Erzählen eingesetzt. Bei der Arbeit mit Säuglingen mit Regulationsstörungen („Schrei-Babys“) findet die Arbeit immer gemeinsam mit den Eltern statt.

Bei älteren Kindern, die bereits in die Schule gehen, können auch schon sogenannte kognitive Methoden, also das gemeinsame Beobachten und Nachdenken angewandt werden. Dennoch hat auch hier oft das Spiel Raum in der Therapie. Insbesondere Grundschulkinder haben Freude am sogenannten Therapeutischen Zaubern ®, was in meiner Praxis zur Anwendung kommt. Mit dem Einsetzen des Jugendalters steht immer mehr das Gespräch im Vordergrund der Behandlung. Jede Lebensphase beinhaltet spezifische Entwicklungsaufgaben, die im therapeutischen Prozess mit berücksichtigt werden.

Somit kommen in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen eine Vielzahl von Methoden zur Anwendung, die auf das jeweilige Alter des Kindes zugeschnitten sind. Sie sind an den individuellen Entwicklungsstand und die persönlichen Lebensbedingungen des Kindes/Jugendlichen und sein Umfeld angepasst. Je jünger ein Kind ist, desto wichtiger ist der Einbezug der Bezugspersonen. In der Regel sind dies die Eltern – auf Wunsch auch weitere Personen wie Ärzte, Therapeuten, Erzieher, Lehrer oder Familienhelfer.

Dabei wird jedoch viel Wert auf die gesetzliche Schweigepflicht gelegt. Das bedeutet, dass eine Therapie einen geschützten Raum bieten soll, in welchem Kinder und Jugendliche „Geheimnisse“ besprechen können, die manchmal auch – zumindest für eine Zeit lang – Geheimnisse bleiben sollen und dürfen. Dies betrifft sowohl die Eltern als auch in besonderem Maße weitere Institutionen wie Schule, Jugendhilfe und Ärzte oder weitere Therapeuten. Eine Kooperation kann oft hilfreich und sinnvoll sein, geschieht aber immer nur nach Absprache mit der Familie. Daher werde ich als Therapeutin nur auf Wunsch der Familie und mit schriftlichem Einverständnis aus meiner Praxis heraus Kontakte mit diesen Institutionen aufnehmen.